243 Wettbewerb Campus Fa. Erber

243 Wettbewerb Campus Fa. Erber

243-Schnitt-querWettbewerb Campus Fa. Erber – DIE GRUNDIDEE

Unter einem Campus verstehen wir einen baulichen Rahmen, in dem den Beschäftigten Raum für die 3 K –„Konzentration, Kreativität und Kooperation“ – geboten wird. Ein Campus soll daher Schutz bieten, gleichzeitig genug Freiräume für unverbindlichen Austausch  und spontane Kooperation.

Nach außen hin soll die Philosophie des Unternehmens spürbar sein und Besuchern wie Mitarbeitern ein Gefühl der Willkommenheit vermittelt werden.

STÄDTEBAULICHES KONZEPT

Das Traisental ist durchsetzt von einer ganzen Reihe von gesichtslosen uniformen Gewerbebauten. Deshalb halten wir es für richtig, die Gebäude des Erber Campus unverwechselbar mit einer starken Körperlichkeit zu gestalten.

Die beiden symmetrischen dreigeschossigen Bürogebäude erinnern an Flügel eines Schmetterlings. Der zentral gelegene Haupteingang des Campus ist das Herz des Gebäudekomplexes. Das geschwungen ansteigende Glasdach in Form einer Pergola stellt das Rückgrat dar. Der Kopf wird vom Restaurant gebildet, von wo man einen guten Blick auf das gesamte Areal hat.

Das Schulungsgebäude betont mit seiner schiffsartigen Form die Bedeutung des Aspektes Lernen innerhalb eines dynamischen Unternehmens. Hier bricht man zu neuen Ufern auf. Kindergarten und Gästehaus mit angeschlossenem Fitnessbereich befinden sich richtigerweise außerhalb des unmittelbaren Fokus.

DIE ERSCHLIESSUNG DES CAMPUS

Der Hauptzugang wird durch die axiale Ausrichtung des Hauptgebäudes hervorgehoben. Die neue Zufahrtsstraße entlang der ÖBB-Strecke ermöglicht die Erweiterung des Areals nach Süden. Von hier aus erschließt eine ringförmige Einbahnstraße sowohl den Kindergarten, das Gästehaus, als auch das Schulungsgebäude und ermöglicht die Ver- und Entsorgung der Küche.

Von der Traisentalstrasse gelangt man mit dem Fahrrad direkt zu den gedeckten Stellplätzen vor dem Haupteingang.

DER VORBEREICH

Der Vorplatz folgt in seiner Form dem Gebäudeumriss und wird somit in das Gebäude einbezogen. Das geschwungene Glasdach markiert gut sichtbar den Haupteingang und erfüllt den Wunsch nach einem gedeckten Zugang von den Parkplätzen.

DAS ATRIUM

Über einen symbolisierten Bootssteg gelangt man in das zentrale Atrium, welches Empfang, Wartezone und Ausstellung enthält. Die klar erkennbare Quererschließung der beiden Bürogebäude macht die Orientierung leicht.

Im Anschluss an das Atrium befinden sich der attraktive Innenhof sowie das Restaurant. Dieses Atrium ist ein wintergartenartiger Raum mit einer Dachkonstruktion aus sichtbarem Holzfachwerk, viel Glas und massiven Stein- oder Ziegelwänden. Neben den raumklimatischen Vorzügen vermittelt Form und Materialwahl Stabilität und gleichzeitig Offenheit und Naturverbundenheit.

DER INNENHOF

Der Innenhof ist die kreative Reaktion auf das Umfeld. Er bietet einen lärm- und windgeschützten Raum für Besprechungen im Freien, Entspannung beim Mittagessen oder kleinere Veranstaltungen.

DIE BÜROLANDSCHAFTEN

Das Büroraumkonzept zeichnet sich durch eine flexible Bürolandschaft aus, die offene Gruppenbereiche ebenso entstehen lässt wie geschlossene Denkräume für kreative Einzelarbeit. Die Auslegung erfolgte wunschgemäß für 140 Mitarbeiter pro Gebäudeteil. Gemütliche Teamtreffpunkte unterstützen die Kooperation.

Mit einer Raumtiefe von 6 m sind alle Arten von Bürolösungen machbar. Die Grundrisse zeigen exemplarisch diverse Einrichtungskonzepte vom Einzelbüro bis zur offenen Bürolandschaft.

Jedes Geschoß enthält einen eigenen Besprechungsraum für bis zu 8 Personen mit Verdunkelungs- und Präsentationstechnik. Der angeschlossene loggienartige Balkon kann als Raucherbereich genutzt werden.

TAGESLICHT UND DIE SUNTUBES

Tageslicht ist ein Wohlfühlfaktor aber auch energetisch von großer Wichtigkeit. Die Bürofenster sind im oberen Bereich mit integrierter Tageslichtumlenkung ausgestattet, welche eine hohe  Tageslichtqualität für die Arbeitsbereiche sicherstellt. Für optimale Bildschirmarbeitsbedingungen sorgen innere Blendschutzrollos, welche individuell bedient werden können.

Zusätzlich bringen jeweils zwei sogenannte SUNTUBES mit reflektierender heller Oberfläche Tageslicht in das Innere des Gebäudes. Neben der Tageslichtversorgung von Räumen innerhalb der Kernzone können diese bepflanzten senkrechten Gärten auch zur Klimaverbesserung beitragen.

DIE BESCHATTUNG

Die vor den Fenstern laufenden Metallstege dienen einerseits als höchst effiziente Beschattung, andererseits kann von hier aus die Fassade leicht gereinigt werden. Somit werden energie- und wartungsintensive Außenbeschattungen sowie Reinigungsdienste vermieden.

DIE INTERNE ERSCHLIESSUNG

Die beiden Hauptgebäude verfügen jeweils über ein zentrales Stiegenhaus, welches als Fluchtweg mit Brandrauchentlüftung gedacht ist. Somit kann auf eine Sprinkleranlage im gesamten Gebäude verzichtet werden.

Die Oberlichtfenster im Stiegenhaus sorgen einerseits für Tageslicht, andererseits für eine effiziente Nachtkühlung im Sommer. Die seitlichen Wandflächen des Stiegenhauses können mit einer Vertikalbegrünung über alle vier Geschosse einen Beitrag zur Feuchteregulation liefern.

Die Gangflächen sind mit einer Breite von 200 cm als erweiterte Kommunikationsflächen ein abwechslungsreicher, interessanter Raum, welcher durch die SUNTUBES zusätzlich aufgewertet wird.

Jedes Geschoss verfügt auf der Südseite über einen eigenen kleinen Loungebereich mit angeschlossener Teeküche.

DIE BÜROKERNE

Hier sind alle Nebenräume sowie die Vertikalverteilung der Technik untergebracht. Im EG befindet sich in jedem Bauteil ein barrierefreies WC mit Dusche. Insgesamt gibt es 4 Duschräume für Mitarbeiter. Jeder Bauteil verfügt im EG über einen eigenen Stark-/Schwachstromverteiler, was die ökonomische Verteilung erleichtert. Das Dachgeschoss beherbergt die gesamte Klimatechnik. Von hier aus sind auf kürzestem Weg alle Büros erreichbar.

DIE ERWEITERUNGSMÖGLICHKEIT

Die beiden Bürotrakte sind jeweils auf eine Mitarbeiterzahl von 140 Personen ausgelegt. Mögliche Erweiterungen auf maximal die doppelte Mitarbeiterzahl sind im Lageplan in der Verlängerung der Quererschließung dargestellt.

DIE PRIMÄRKONSTRUKTION

Aus ökonomischen und raumklimatischen Gründen wird die Primärkonstruktion der Bürogebäude aus Stahlbeton vorgeschlagen. Hinter der Fassade tragen schlanke Betonsäulen im Abstand von 300 cm die Fertigteilbetondecken, was eine ökonomische, weil rasche und präzise Errichtung ermöglicht.

Durch die Vermeidung von abgehängten Decken in den Büros kann die speicherwirksame Masse der Decke als Temperaturpuffer genutzt werden. Gleichzeitig verringern sich der Heizwärmebedarf und die Baukosten.

DIE AUSSENWAND

Für die Wandkonstruktion werden im Abstand von 150 cm senkrechte Holzleimsteher 10/24 cm zwischen die Betondecken gestellt. An dieser Sekundärstruktur werden die vorgefertigten Wandelemente eingehängt und ergeben so eine wärmebrückenminimierte hoch gedämmte Außenwand.

Je nach Tageslichtbedarf können Brüstungselemente bis zu geschosshohe Wandelemente eingesetzt werden. Holz/Alu-Fenster mit Wärmeschutzverglasung sind als Fixfenster vorgesehen, aber auch öffenbar möglich.

DIE FASSADE

Eine hinterlüftete Fassade ist demontierbar, somit wartungsfreundlich und umweltgerecht. Es eignen sich aus unserer Sicht alle Arten von Plattenverkleidungen. Die konkrete Entscheidung sollte in Hinblick auf Langlebigkeit, Optik und Primärenergiebedarf getroffen werden. Denkbar wäre die farbliche Gestaltung in den Grundfarben Blau und Grün für Biomin und Erber.

HINTERLÜFTETES DACH

In Fortsetzung des konsequenten Konzepts der Fassade wird auch für das Dach eine hinterlüftete Konstruktion vorgeschlagen. Das nach außen steigende Pultdach mit seinem Dachüberstand ermöglicht zudem die wärmebrückenfreie Abhängung der Service- und Beschattungsstege.

Die gewählte Konstruktion ermöglicht den Einsatz umweltfreundlicher Dämmstoffe. Als Dachabdichtung eignet sich erfahrungsgemäß EPDM – Kautschuk am besten.

DER BODEN

In den beiden Bürogebäuden sorgen durchgehende Doppelböden in allen Geschossen für die leicht zugängliche Führung von Heizung, Kühlung, Strom und Daten. Der gewünschte Teppichbelag hat eindeutig akustische Vorteile. Zusätzlich schallabsorbierende Oberflächen der Möbel und Brüstungsverkleidungen werden notwendig sein.

DAS RESTAURANT

Das Restaurant im 1. OG ist von allen Büros sehr gut erreichbar. Die raumhohe Verglasung ermöglicht den Ausblick in die Parklandschaft. Große Schiebetüren öffnen das Restaurant zum Freiraum unter dem weit ausladenden Dach.

Das Restaurant ist mit 140 Sitzplätzen innen und 132 Sitzplätzen außen auch für spätere Erweiterungen ausreichend dimensioniert. Die Konstruktion wurde in Hinblick auf den Einsatz von sichtbarem Holz optimiert. Die Küche befindet sich im EG und versorgt den Ausgabebereich über zwei Speiselifte. Die Klimatechnik des Restaurants sowie der Küche befindet sich im DG.

DAS SCHULUNGSGEBÄUDE

Der Baukörper ist als eigenständiges Gebäude im Nahbereich des Hauptgebäudes situiert. Somit ist gewährleistet, dass die Nutzung unabhängig vom restlichen Betrieb erfolgen kann. Das Foyer mit den Garderoben und Toiletten befindet sich direkt gegenüber dem Restaurant.

Die Lager- und Technikräume, Gartengeräteräume sowie die Heizungszentrale befinden sich ebenfalls im EG. Weiters 10 gedeckte PKW-Stellplätze und Radabstellplätze.

Die Konferenzräume, Büros und der zweigeschossige Empfangsbereich befinden sich im OG. Der große Konferenzraum für bis zu 140 Personen ermöglicht somit die gewünschte Gestaltung mit steigendem Auditorium. Die Zusammenlegung aller Konferenzräume ist möglich.

Eine Bar mit angeschlossenem Lager versorgt den Empfangsbereich bei Veranstaltungen. Zwei gedeckte Terrassen können zudem als Fluchtwege genutzt werden. Die Klimatechnik befindet sich im DG, wodurch auch hier sehr ökonomische kurze Wege möglich sind.

DER KINDERGARTEN

Der Baukörper öffnet sich in einem Halbkreis zum umgebenden Garten. Ein quadratisches Flachdach schützt die Gartenausgänge und sorgt für guten Sonnenschutz. Das Thema der möglichst guten natürlichen Belichtung von oben wird wie bei den anderen Gebäuden auch hier in Form eines verglasten Aufsatzes umgesetzt.

Über einen Windfang gelangt man in die kreisrunde Aula, welche zugleich die Garderobenplätze beherbergt. Die beiden Gruppenräume und der Bewegungsraum können gemeinsam genutzt werden. Sollte der Kindergarten später vergrößert werden, kann dies durch eine Aufstockung leicht erfolgen. Die Beheizung erfolgt von der Heizzentrale aus. Die Belüftung erfolgt über ein hocheffizientes Lüftungsgerät, welches in der abgehängten Decke des Sanitärbereiches platziert ist.

GÄSTEHAUS UND FITNESS

Da diese beiden Nutzungen nicht Bestandteil des Wettbewerbs, aber für das räumliche und funktionelle Konzept von Bedeutung sind, einige Gedanken dazu. Wir gehen davon aus, dass es sich bei den Gästeeinheiten um Selfservice-Zimmer handelt. Frühstück kann im Restaurant bezogen werden. Sinnvoll erscheint uns die räumliche Zusammenlegung mit einem offenbar angedachten Fitnessraum. Stellplätze in diesem Bereich wären wahrscheinlich notwendig.

DAS FREIRAUMKONZEPT

Grundgedanke des Konzeptes ist die Aufwertung der vorhandenen Räume durch Betonung der typischen Landschaftsstruktur. Das Traisental ist geprägt durch weite offene Landschaftsräume, begrenzt durch Hügellagen in Ost und West, geschwungene Fließgewässer und freie Wasserflächen. Bestimmend sind weiters Aussicht und Horizont begrenzende Hügellagen, welche bandartig gefasst und mit Waldrändern auf den Hochlagen.

All diese Aspekte wurden aufgenommen und abgestimmt auf die Bedürfnisse eingepasst. Ein sogenannter „Weg der Erkenntnis“ erschließt das gesamte Gelände und ermöglicht einen Rundweg, der alle Gebäude und Landschaftsbereiche des Campus verbindet.

Der große Teich befindet sich in jenem Bereich, welcher für den Feng Shui-Park vorgesehen wurde. Der Platz, der laut Vorgabe von Gebäuden unbedingt freizuhalten ist, wird als Kraftplatz mit einer betont ruhigen Kiesgestaltung hervorgehoben.

Zur optischen und akustischen Abschirmung der Bahnlinie wird eine dichte Baumallee als  grüner Vorhang vorgeschlagen.

Darüber hinaus verfolgt das Freiraumkonzept weitere ökologische und ökonomische Zielsetzungen wie kosteneffizienter Einsatz von Aushubmaterial für Hügelgestaltung, natürliche Versickerung von befestigten Flächen, Nutzung sämtlicher Dachwässer für Brauchwasser, Bewässerung und klimatisch relevante Verdunstungskühlung.

FENG SHUI KONZEPT

Das Gesamtbild bzw. die Anordnung der Gebäude ist so ausgelegt, dass eine gegenseitige Stärkung gegeben ist. Ein flächiger als auch räumlicher Rhythmus ist angestrebt. Die vier Grundformen Kreis, Dreieck, Quadrat und Rechteck decken alle Energieebenen innerhalb des Unternehmens ab.

Durch die Kreisform entstehen im Hauptgebäude hohe Qualitäten. Das Zentrum in Form des Atriums wird betont. Hier kann sich die Energie sammeln, regenerieren und wieder verteilen. Der Vorplatz wird als Teil des Gebäudes einbezogen, in dem die virtuelle Außenhaut den Platz umschließt.

Mit der Dreiecksform des Schulungsgebäudes lässt sich ein Schiff assoziieren – beweglich und offen für die Welt. Auch hier wird die Mitte des Gebäudes betont. Da es nahe dem Hauptgebäude positioniert ist, steht es auf Rang 2.

Der Kindergarten und das Gästehaus stellen sich in den Hintergrund. Die Grundrissformen Rechteck und Quadrat wirken sehr stabil und werden somit der Wertigkeit gerecht. Der Kindergarten ist so geplant, dass die Energie sich auch hier zentral sammeln und verteilen kann.

Innerhalb der Büroräume wurden die Arbeitsplätze so angelegt, dass sie den beschäftigten Schutz bieten, aber gleichzeitig offen für Kooperation sind. Das gesamte Strukturgefüge unterstützt das Zusammenspiel von Freiraum, Gebäude und Menschen im Sinne eines positiven Schwingungsspektrums.

DAS ENERGIEKONZEPT

Die Ziele einer nachhaltigen Gebäudeplanung bestehen in hohem Nutzerkomfort in Verbindung mit deutlicher Senkung des Energiebedarfs. Zahlreiche Nebeneffekte wie ein positiver Beitrag zur Verringerung der Umweltbelastung, weniger Krankenstände und höhere Produktivität durch gesundes Raumklima dürfen nicht außer Acht gelassen werden.

Ein effizientes Gebäudekonzept mit kompakter luftdichter Gebäudehülle, gutem Dämmstandard, optimierter Beschattung und thermisch wirksamen Bauteilmassen ermöglicht ein kostengünstiges schlankes Gebäudetechnikkonzept. Heizung, Kühlung, Lüftung und Belichtung erfolgen unter größtmöglicher Ausnutzung natürlicher Ressourcen wie Sonne, Erdwärme, natürlicher Lüftung und Tageslicht.

DIE WÄRMEERZEUGUNG

Aus Gründen der langfristig stabilen Verfügbarkeit von Holz als Energieträger und aufgrund des Naheverhältnisses des Unternehmens zur Landwirtschaft erscheint der Einsatz von Pellets oder Hackschnitzel als sinnvoll. Je nach Strategie kann für die derzeit geplanten Gebäude des Campus eine zentral gelegene Pelletsheizanlage im EG des Schulungszentrums für kurze Wege im Rahmen eines Micro-Netzes sorgen.

Alternativ könnte bei Einbeziehung zukünftiger Produktionsgebäude auch eine Hackschnitzelanlage angedacht werden, welche allerdings dann in einem eigenen Gebäude im Südteil des Grundstücks sinnvoller erscheint. Zur Unterstützung der Pelletsheizung sind Vakuum-Röhrenkollektoren auf dem Flachdach des Schulungsgebäudes vorgesehen.

DIE KÄLTEERZEUGUNG

Die Kälteenergie wird über Kompressions-Kältemaschinen in Verbindung mit den Fundamentabsorbern erzeugt. Wesentlich ist, dass der Großteil der Gebäudekühlung über die natürliche Nachtlüftung erfolgen kann und der Strom für die technische Kühlung durch die Photovoltaikanlage erzeugt wird.

DIE HEIZUNG

Der spezifische Heizwärmebedarf der Hauptgebäude beträgt 10 kWh/m²a, was durch von konsequente Umsetzung des Gebäudes in Passivhausqualität erreichbar ist.

Im Bürobereich wird die nötige geringe Wärmemenge über Gebläsekonvektoren, sogenannte Fancoils im Brüstungsbereich zugeführt. Damit ist eine hohe Flexibilität der Bürostruktur gewährleistet.

DIE KÜHLUNG

Zielwert für den Kühlenergiebedarf ist 11kWh/m²a, was bei konsequenter Minimierung der solaren Einträge und Maximierung der nächtlichen Wärmeabfuhr möglich ist.

Die Kühlung erfolgt primär über die Zuluft im Überdruckprinzip. Somit werden die speicherwirksamen Massen der Betondecken, die sich tagsüber mit Wärme geladen haben, entladen. Die Wärmeabfuhr erfolgt über Lüftungsflügel im Dachgeschoss. Zusätzlich wird über die Kältemaschinen und Fancoils bedarfsgerecht individuell gekühlt.

DIE LÜFTUNG

Die Auslegung der Anlage erfolgt primär nach dem hygienisch notwendigen Luftwechsel und wird bedarfsgerecht individuell gesteuert. Es kommen hocheffiziente passivhaustaugliche Komfortlüftungsgeräte mit Wärme- und Feuchterückgewinnung zum Einsatz.

Die Frischluft wird über Dach angesaugt und mittels des Fundamentabsorbers vorgekühlt oder vorgewärmt, innerhalb der Doppelböden zur Fensterfront geführt und im Brüstungsbereich über Weitwurfdüsen eingeblasen. Die Absaugung erfolgt im Bereich der abgehängten Decke bzw. dem Gang.

DER NUTZER

Der Mitarbeiter erhält die Möglichkeit individuell seinem Bedürfnis entsprechend das Raumklima zu regulieren. Die zentrale Datenerfassung ermöglicht jedoch das Feedback zur Optimierung der Energieeffizienz.

DIE BELEUCHTUNG

Effiziente Stehleuchten mit direkt und indirektem Lichtanteil sowie eingebautem Präsenz- und Tageslichtsensor ermöglichen höchste Energieeffizienz und Lichtqualität am Arbeitsplatz. Lineare Direkt/Indirekt-Leuchten entlang der abgehängten Deckenbereiche schaffen eine gleichmäßige Ausleuchtung.

DAS SOLARCARPORT

Die Dachfläche der Carportüberdachungen sollte für eine effiziente Solarstromproduktion genutzt werden. Die zu Verfügung stehende Fläche von ca. 1000 m² (im Lageplan blau dargestellte nicht verschattete Dachfläche) ermöglicht eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Eigenversorgung.

ÖKOLOGISCHE MASSNAHMEN

Ein ökologisch hochwertiges Gebäude bezieht nicht nur Energieaspekte mit ein, sondern auch jene des Material- und Wasserhaushalts. Aufgrund des relativ hohen Bedarfs an Spülwasser für Toiletten empfiehlt sich entweder der Einsatz wasserloser Urinale oder die Speicherung von Dachwässern und Nutzung für WC-Spülung und Bewässerung.

Wo immer möglich sollte klimaneutralen und wiederverwertbaren Materialien (Holz, Zellulose, Lehm etc.) der Vorzug gegeben werden. Alle Konstruktionen und Bauteile  sollten nach Kriterien wie klima:aktiv, Green Building untersucht und das Gesamtprojekt nach einem anerkannten Zertifizierungsmodell wie ÖGNB auf ökologische Nachhaltigkeit hin geprüft werden.

BAUTEILKATALOG

AW01      Wandaufbau Büro
1,5  cm    Brandschutzverkleidung
1,5  cm    Brandschutzverkleidung luftdicht
40   cm    Holzrahmen dazw. Zellulose
1,8  cm    DHF-Platte diffusionsoffen
3     cm    Hinterlüftung
2     cm    Fassade

FD01       Flachdach Büro
10   cm    Extensivbegrünung
1     cm    Gummigranulatmatte
0,5  cm    EPDM-Abdichtung
2,5  cm    OSB-Platte
16   cm    Sparren
10-50      cm  Hinterlüftung
1,8  cm    DHF-Platte
40   cm    Holzkonstruktion dazw. Zellulose
30   cm    STB-Decke
0,5  cm    Spachtelung

FD02       Flachdach Kern
10   cm    Extensivbegrünung
1     cm    Gummigranulatmatte
0,5  cm    EPDM-Abdichtung
2,5  cm    OSB-Platte
8     cm    Hinterlüftung
1,8  cm    DHF-Platte
40   cm    Deckenbalken dazw.
Zellulosedämmung
1,8  cm    OSB-Platte luftdicht
1,5  cm    Brandschutzverkleidung
1,5  cm    Brandschutzverkleidung

DE01      Decke gegen Erdreich Büro
1     cm    Bodenbelag Teppich
4     cm    Hohlraumboden
15   cm    Installationsraum
1,8  cm    zementgebundene Spanplatte
35   cm    Holzkonstruktion dazw.
Wärmedämmung
0,5  cm    Feuchtigkeitsabdichtung
30   cm    Fundamentplatte

DE02      Decke gegen Erdreich Atrium
3     cm    Bodenbelag
8     cm    Betonestrich
11   cm    Thermoschüttung Installationsraum
20   cm    XPS-Dämmung
0,5  cm    Feuchtigkeitsabdichtung
30   cm    Fundamentplatte

ZD01       Zwischendecke Büro
1     cm    Bodenbelag Teppich
4     cm    Hohlraumboden
15   cm    Installationsraum
30   cm    Fertigteildecke
0,5  cm    Spachtelung

 

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