292 Ordination der Zukunft

292 Ordination der Zukunft

Ordination der Zukunft

Wer geht schon gerne zum Zahnarzt? In Kritzendorf in Zukunft viele. Die Praxis ist nicht zuletzt aufgrund Ihrer innovativen Techniken zu klein geworden – die Erweiterung nach oben notwendig. Die neue Praxis wird ökologisch in Holz gebaut. Als Passivhaus hat es einen extrem geringen Energiebedarf, der über eine Wärmepumpe und eine Heiz- und Kühldecke abgedeckt wird. Eine Komfortlüftung, natürliche Anstriche und viel Tageslicht sorgen für Wohlfühlklima, hohe Konzentration und weniger Krankenstände. Da werden die Patienten gar nicht mehr gehen wollen.

Architektur

Die Architektur, ähnlich einem japanischen Teehaus strahlt Ruhe, Gelassenheit und Respekt aus. Über die großen Fenster genießt man den Blick auf die begrünten Dachterrassen und vergisst, warum man eigentlich hier ist. Der Baustoff Holz wird innen wie außen sichtbar bleiben, um den nachgewiesenen beruhigenden Effekt von Holz auf die Gesundheit einzubeziehen.

Die tragenden Wände und Decken werden vorgefertigt auf die Baustelle gebracht und innerhalb von zwei Wochen montiert. Damit ist eine möglichst kurze Störung des Ordinationsbetriebs gewährleistet. Reine Holzfenster werden durch große Dachüberstände vor Witterungseinflüssen und Hitze geschützt. Die insgesamt 4 Ordinationsräume im Endausbau werden nach den neuesten Erkenntnissen der Medizintechnik gestaltet. Ein naturfarbener Lehmstrukturputz an der Decke trägt zur Behaglichkeit ebenso bei wie zur seelischen Beruhigung.

Technik

Die Heiz- und Kühldecke der österreichischen Firma Harreither verursacht keinen störenden Lärm, keine Luftbewegung, keine Staubaufwirbelung und kein Sick Building Syndrom. Die Hitze steigt auf, und wird über die mit Kaltwasser durchflossenen Rohre abgeführt. Angenehmer geht es nicht.

Da die Fenster meist geschlossen sind, sorgt eine Lüftungsanlage der österreichischen Firma Drexel & Weiss für staubarme, pollenfreie Frischluft in genau der richtigen Menge. Ein CO²-Fühler misst die Luftqualität und steuert die Ventilatoren. Die Räume bleiben sauber, es riecht nach Frische, die Konzentration und Leistungsfähigkeit steigt.

Da eine Ordination tagsüber genutzt wird, bietet sich die Nutzung kostenloser Sonnenenergie wirtschaftlich an. Insgesamt 32 Fotovoltaikmodule zu je 2m² und einer Leistung von gesamt 9,6kWp sind in das Dach integriert und liefern etwa 10.000kWh im Jahr, was etwa dem Gesamtstromverbrauch der Ordination entspricht.

Ökologie

Gemäß unseren Zielen als klima:aktiv-Planungspartner wird der gesamte Bau möglichst ökologisch ausgerichtet. Dazu gehören Maßnahmen wie die Minimierung der Wärmeverluste, höchste Energieeffizienz, Nutzung nachwachsender, also CO²-neutraler Materialien, Vermeidung von Giftstoffen, Wiederverwendbarkeit der Bauteile, und Nutzung vorhandener Ressourcen.

So wie in der Ordination die bestmögliche Behandlung der Patienten im Vordergrund steht, ist die Schaffung des bestmöglichen Arbeitsumfelds die Aufgabe für die Planer und Ausführenden.

Spiritualität

Dem eigentlichen Bau geht eine lange Phase der Entwicklung und Optimierung des Konzeptes voraus. Auftraggeber und Planer arbeiten bei ATOS gemeinsam, geht es doch darum Bedürfnisse des Auftraggebers und die technischen Möglichkeiten des modernen Bauens optimal zur Übereinstimmung zu bringen. Wenn wie im Falle von Dr. Schmied die bestmögliche Behandlung der Patienten mit dem idealen Arbeitsumfeld für die eigenen Mitarbeiter und dem persönlichen Wunsch nach ökologisch verantwortlichem Handeln oberste Prämisse ist, sind die besten Voraussetzungen für ein Vorzeigeprojekt gegeben.

Der emotionalen Qualität der Räume wurde mindestens ebenso große Beachtung geschenkt wie den technischen Aspekten. Denn es darf nie vergessen werden: „Zuerst schaffen die Menschen Räume, dann schaffen die Räume Menschen.“

Den aktuellen Artikel aus dem IBO-Magazin 01/2016 finden Sie in unserem Downloadbereich!

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