228 Passivhaus Poysdorf

228 Passivhaus Poysdorf

Am östlichen Rand von Poysdorf in einer Neubausiedlung auf einer windigen Kuppe ein Passivhaus zu bauen, war der Wunsch des jungen Paares. Das Grundstück fällt nach Norden ab und wird zudem von Süden erschlossen. Keine optimale Ausgangssituation also. Relativ schnell war klar, dass das Haus mit einem Flachdach und einer großen, gedeckten Terrasse auf der Nordseite versehen sein interessanterweise war die Vorgabe der Gemeinde an beiden seitlichen Grundgrenzen anzubauen. Ein Carport auf der Ostseite erfüllte diese Forderung. Westseitig durfte das Haus mit 120cm Abstand zur Grundgrenze gebaut werden unter der Voraussetzung, dass hier der Brandschutz REI60 beträgt. Auch das Fenster auf der Westseite wurde daher als Brandschutzfenster ausgeführt. Um nicht auch das Dachgeschoß mit erhöhtem Brandschutz ausführen zu müssen, wurde das gesamte Geschoß um 90 Grad gedreht.
So entstand erstens eine gedeckte Terrasse im EG und zweitens eine große Dachterrasse im DG. Nachteilig wirkte sich diese Drehung und auch die große Schiebetüre nordseitig auf die Energieeffizienz aus. Erst als der Keller in die gedämmte Gebäudehülle integriert wurde, konnte die Passivhausförderung NÖ erreicht werden. Unter der Terrasse befindet sich noch ein Lichthof, der einen direkten Zugang in den Keller von außen ermöglicht.

Die große zentrale Wohnküche erstreckt sich nun von Nord nach Süd, während der eigentliche Wohnraum eher klein gehalten ist, und nur als Fernsehzimmer dient. Ein Büro/Gästezimmer sowie ein Abstellraum, und ein Gästebad sowie Garderobe ergänzen das Erdgeschoß. Über das offene Treppenhaus gelangt die Morgensonne in das Haus. Das Dachgeschoß enthält zwei südseitige Kinderzimmer und als Highlight eine Sauna und einen Hauswirtschaftsraum im Anschluss an das Bad. Die Wohnnutzfläche beträgt 157m² in EG und OG sowie 84m² im KG.

Konstruktiv besteht das Haus aus einem betonierten Keller mit 20cm XPS-Dämmung sowie Holzriegelwänden mit 40cm Zellulosedämmung, einer Massivholzdecke über dem EG und einer hinterlüfteten Doppelstegträgerdecke als Flachdach. Für die verputzte Fassade wurden 4cm Weichfaserplatten als Putzträger eingesetzt. Im Innenbereich wurden ebenfalls 4cm Weichfaserplatten als Installationsebene und Putzträger für einen Tonputz der Fa. EMOTON eingesetzt. Alle Innenflächen wurden anschließend mit einer Tonspachtel versehen, die sich sehr bewährt.

Das Gebäude ist nicht sehr kompakt, auch die Anordnung der Fensterflächen ist nicht optimal. Trotzdem konnte die Fördergrenze von 10kWh/m² unterschritten werden. Aufgrund der starken Winde wurde auf optimale Luftdichtheit großer Wert gelegt. Die Beheizung erfolgt mit einer Luft/Wasser-Wärmepumpe der Marke Hoval und Fußbodenheizung. Für einen hygienischen Luftwechsel sorgt die Komfortlüftung der Marke Drexel & Weiss, deren Frischluft über einen Solewärmetauscher vortemperiert wird. Die Elektroinstallation erfolgt durch den Bauherrn, der sich beruflich mit effizienten BUS-Systemen beschäftigt. Eine 5kW-Fotovoltaikanlage auf dem Dach sorgt für energetische Unabhängigkeit und Stromkosten von 0€.

 

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