234 Passivhaus Schwabendörfl

234 Passivhaus Schwabendörfl

234-ENT-100902-ANW-p1

Ausgangsbasis
Das Grundstück mit einer Gesamtfläche von ca. 995m² befindet sich lt. Bebauungsplan im Bauland Wohngebiet. Gemäß Bauklasse I,II gilt eine maximale Gebäudehöhe von 8m, offene Bebauungsweise und eine maximale verbaute Fläche 150m² + 4% von 995m² = 189,80m². Nebengebäude sind zusätzlich mit einer Fläche von bis zu 100m² zulässig. Das Grundstück steigt von Süd nach Nord um 362cm an. Das Grundstück ist nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. Damit ist in absehbarer Zeit auch nicht zu rechnen. Daher ist die Schmutzwasserentsorgung über Senkgrube oder Kleinkläranlage zulässig. Regenwasser ist auf dem Grundstück zu versickern. Es sind 2 PKW-Stellplätze zu schaffen. Eine Garage darf aufgrund des großen Niveauunterschieds zwischen Strasse und Grundgrenze bis maximal 1m an die Grundgrenze herangebaut werden. In diesem Fall muss die Garage lt. Bebauungsbestimmungen aber an eine der beiden seitlichen Grundgrenzen angebaut werden.

Architektur
ATOS ist der Meinung, dass Schönheit von Bauten einen ebenso großen Wert darstellt wie Funktionalität, technische Performance und ökologische sowie baubiologische Qualität. Die schönste Architektur ist aber wertlos, wenn sie nicht auf die emotionalen Bedürfnisse und individuellen Prägungen der Benützer Rücksicht nimmt. Gleichzeitig übernimmt jeder Bauherr durch sein Tun auch Verantwortung für das Ortsbild und für die Gesellschaft. Aus diesem ganzheitlichen Anspruch heraus entwickelt ATOS gemeinsam mit dem Auftraggeber die Situierung und Form des Hauses, die Proportionen, Öffnungen, Materialien, Farben und Lichtstimmungen.

Grundlagen

  • Der Niveauunterschied zwischen Strasse und Grundstücksgrenze beträgt zwischen 60 und 180cm
  • Der Abstand zwischen Strasse und Grundgrenze beträgt 370 bis 500cm.
  • Die Garage am höchsten Punkt des Grundstücks an der nördlichen Grundstücksecke wird relativ groß angelegt, um Stauraum zu schaffen. Gleichzeitig soll die Garage zur Überwinterung von Pflanzen dienen, und wird daher mit einer Wärmedämmung versehen.
  • Der Bereich zwischen Straße und Garage wird aufgeschüttet. Der restliche Bereich des Grundstücks benötigt statisch keine Stützwand, was die Ableitung von Hang- und Oberflächenwasser erleichtert.
  • Durch den kleinen Wald im Westen des Grundstücks ergibt sich eine Verschattung ab etwa 17 Uhr. Abendsonne wäre also nur auf einer Dachterrasse zu bekommen. Ostseitig führt das deutlich höher gele-gene Nachbarhaus zu einer Verschattung der Morgensonne.
  • Gleichzeitig schützt der kleine Wald gegen Wind aus Westen. Das Grundstück ist nach Süden eher ex-poniert. Winde aus Süden sind aber im Regelfall warme Winde.

 

Orientierung
Die energetisch optimale Orientierung nach Süden würde die Gebäudefront und Terrasse von der Strasse einsehbar machen. Gleichzeitig ergäbe sich südseitig ein sehr großer Niveauunterschied.

Es wird empfohlen, das Haus parallel zur Grundgrenze zu stellen, wodurch Windschutz und Sichtschutz verbessert werden.
Es ist in Zukunft mit Nachbarhäusern links und rechts zu rechnen, wodurch bei Orientierung nach Süden eine gegenseitige Störung gegeben sein könnte. Die gewählte Orientierung vermeidet Störungen am bes-ten. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass die Besonnung der Terrasse so am längsten ist.
Der nordwestseitige Büro-/Gästeraum hat durch den hohen Außenwandanteil etwas höhere Wärmeverlust, worauf bei der Bemessung der Heizflächen Rücksicht zu nehmen ist.

Fundierung und Garage

  • Das Grundstück soll durch möglichst wenig Erdbewegungen gestört werden. Lediglich die Streifenfundamente für Garage und Haus erfordern Aushub, der für Niveauausgleich an anderer Stelle genutzt werden kann. Falls für Aufschüttungen Material fehlt, sollte es kein Problem sein Aushubmaterial von nahen Bau-stellen kostenlos zu erhalten.
  • Bautechnisch ermöglicht die Fundierung des Wohnhauses auf Streifen- bzw. Punktfundamenten eine einfachere und schnellere Bauweise ohne technische Wärmebrücken. Energetisch entsteht jedoch ein Nachteil, weil alle Gebäudeseiten der Außenluft ausgesetzt sind.
  • Da die Bodenplatte der Garage deutlich höher liegt als das Gelände, wird statt dem Unterbeton eine Betondecke vorgeschlagen, was auch die dargestellte Auskragung ermöglicht. Diese Auskragung der Gara-ge wirkt ästhetisch und sollte die Statik der Betondecke erleichtern. Die Garage wird mit Betonsteinen oder Hohlziegeln gemauert und mit 5cm EPS-Vollwärmeschutz versehen. Das Flachdach der Garage wird mit Gefällebeton und 5cm EPS-Dämmung ausgeführt.
  • Die Garage muss brandbeständig ausgeführt werden.
  • Das gesamte Haus ruht auf insgesamt vier verzinkten Stahlträgern, die auf Punktfundamenten aufliegen. Somit kann der Erdaushub und die Betonarbeiten minimiert werden.
  • Die Fundierung für die später geplante Terrasse sowie die Stahlträger sollen bereits in der ersten Baustufe hergestellt werden, da ein späterer Transport schwierig ist.

Bodenplatte
Vorgefertigte Deckenelemente bestehend aus einer 40cm starken, oben und unten verkleideten Balkenkonstruktion werden auf die Stahlträger montiert. Die notwendigen Durchbrüche für Medien werden werksseitig vorbereitet. Den luftdichten Abschluss bildet die raumseitige OSB-Platte.

  • 2,2cm OSB-Platte NF luftdicht
  • 40cm Balkenkonstruktion dazw. Zellulose
  • 2cm zementgebundene Spanplatte

Außenwand
Der vorgesehene diffusionsoffene Wandaufbau ist ökologisch sehr hochwertig. Raumseitig sorgt der Kalk- oder Kalkzementputz auf Holzwolleleichtbauplatte für ein ausgeglichenes Raumklima. Außenseitig bietet die hinterlüftete Lärchenholzschalung eine wettersichere Fassade. Die Vorfertigung der Elemente garantiert größtmögliche Genauigkeit und bietet eine einwandfrei abdichtbare luftdichte Ebene. Änderungen der Konstruktion durch Zubauten oder Einbau von Fenstern oder Herstellung von Durchbrüchen sind jederzeit einfach möglich.

  • Holzriegelwand 40cm mit Dämmständern oder Doppelstegträgern
  • Innenseitige Beplankung und Aussteifung mit OSB-Platten 2cm
  • HWL-Platten 3,5cm mit Innenputz 1,5cm bzw. bei Wandheizung Holzweichfaserplatten 1,5cm und 3,5cm Innenputz
  • Außenseitige Beplankung mit diffusionsoffener Unterdachplatte 1,5cm, Fassadenschalungsbahn
  • Lärchenschalung 2,2cm, Oberfläche noch unklar

Tragende und nicht tragende Zwischenwände
Zwischenwände im Einfamilienhaus haben zwar laut geltenden Normen eine Schallschutzanforderung, die aber in der Praxis keine Rolle spielt, weil die Schwachstelle einer Zwischenwand die Innentüre ist. Um an jeder beliebigen Stelle einer Zwischenwand Bilder oder Regale montieren zu können, schlägt ATOS die Ausführung der Zwischenwände mit einer beidseitigen Beplankung aus OSB-Platten vor. Somit verbessert sich auch der Schallschutz deutlich. Als Verkleidung kann dadurch auch auf teure Gipsfaserplatten verzichtet werden.

  • Tragstruktur aus Holzständern mit Stärke 7,5cm oder 10cm gedämmt mit Flachs oder Hanf
  • Beidseitige Beplankung mit 15mm OSB-Platten und 15mm Gipskartonplatten
  • Alternativ soll versucht werden mit Schilfstukatur und Innenputz zu arbeiten.

Fußbodenaufbauten
ATOS empfiehlt die Vermeidung von Nassestrichen, da diese lange Trockenzeiten mit großer Ungenauigkeit und massiver Feuchte in der Trocknungsphase verursachen. Trockene Aufbauten sind genauer herzustellen, leicht änderbar und wesentlich schneller. Da ein Nassestrich in Verbindung mit Fußbodenheizung aufgrund seiner Trägheit leicht zu Überhitzung führt, erweisen sich Trockenbausysteme als effizienter. Umgekehrt ist ein Aufbau mit Nassestrich meist preiswerter herzustellen und im Sommerfall günstiger.

Es sollen Fußbodenaufbauten mit Zementfließestrich ausgeführt werden, da hier auch die Fußbodenheizung integrierbar ist.

  • Aufenthaltsräume: 4cm gebundene Kiesschüttung, 0,5cm Trittschalldämmung, 6cm schwimmender Zementstrich, Eichenfertigparkett 1,5cm, geölt, vollflächig verklebt
  • Nassräume: 4cm gebundene Kiesschüttung, 0,5cm Trittschalldämmung, 6cm schwimmender Zementestrich mit FBH, Feuchtigkeitsabdichtung, 0,5cm flüssig aufgebrachter PUR-Belag

Flachdach
Flachdächer haben ein Gefälle nach außen zu offenen Einlaufkästen, Dachrinnen oder Wasserspeiern, was die Sicherheit bei Schäden der Dachhaut deutlich erhöht. Wo möglich sind Flachdächer hinterlüftet auszu-führen, um die Dampfdiffusion nicht zu behindern. Wo dies nicht möglich ist, ist eine Dampfsperre raumseitig anzuordnen und dicht an angrenzende Bauteile anzuschließen, sowie der bauphysikalische Nachweis vorzulegen. Spenglermäßigen Verblechungen sind aus rostfreiem Zinktitanblech oder Aluminiumblech auszuführen. Die Regenrohre sollen verdeckt hinter der Lärchenschalung montiert werden, um die Optik nicht zu stören.

  • Abdichtung mit vorkonfektionierter wurzelfester Kautschukfolie 1,5mm stark und 5cm Kiesschüttung auf dem Haus bzw. mit 10cm extensiver Dachbegrünung auf dem Garagendach.
  • 2,5cm Dachschalung sowie Hinterlüftung mind. 6cm und 1,5cm diffusionsoffene Unterdachplatte
  • 40cm Balkenkonstruktion dazw. Zellulose
  • 1,5cm OSB-Platte NF als luftdichte Ebene, 3cm Lattung als Installationsebene, 1,5cm Gipskartonplatte F30
  • Alternativ soll hier ebenfalls mit HWL-Platten ein Putzträger montiert und verputzt werden. In den OG-Zimmern soll eventuell auch die Heizung in der Decke montiert werden, um die Räume effizient kühlen zu können.

Zwischendecken
Schalltechnisch vorteilhaft sind Zwischendecken aus Massivholzplatten oder Brettstapeldecken. Da der Schallschutz in Einfamilienhäusern eher von untergeordneter Bedeutung ist, sollten jedoch einfachere Holzbalkendecken angedacht werden.

  • 2cm OSB-Platte NF
  • 24cm Holzbalkendecke lt. Statik mit 5cm Kiesschüttung und Hohlraumdämmung
  • 2cm OSB-Platte, 3cm Lattung als Installationsebene, 15cm Gipskartonplatte F30, alternativ 3,5cm HWL-Platten und Deckenputz.

Fenster/Türen
Hochgedämmte Fenster/Türen sind wesentlicher Bestandteil eines Passivhauses. Die Oberflächentemperatur der Verglasung von etwa 17° Grad sowie der absolut luftdichte Einbau gewährleisten die hohe Behaglichkeit auch in direkter Nähe der Fenster. Die Dreifachverglasung in Verbindung mit Sicherheitspilzzapfen stellen einen sehr guten Einbruchsschutz dar, weshalb auf eine Alarmanlage verzichtet werden kann.

  • Rahmen innen farblos lasiertes Lärchenholz Uf = max. 0,8 W/m²k. Ein schlechterer Rahmenwert muss im Rahmen der Energieausweiserstellung geprüft werden.
  • Wärmeschutzverglasung Ug = max. 0,6 W/m²k oder besser
  • Glasflächen unterhalb von 1m müssen laut BO in Verbundsicherheitsglas ausgeführt werden. Von dieser Verpflichtung kann man sich zwar befreien, es bleibt aber die Haftung im Falle von Unfällen hausfremder Personen. Absturzgefahr besteht nur bei dem Fenster im OG/Schlafraum. Dort wird eine Absturzsicherung vorzusehen sein, wodurch auf das VSG verzichtet werden kann.
  • Äußere Verkleidung der Fensterrahmen aus Aluminium, Farbe vorläufig anthrazit
  • Beschläge sichtbar
  • Fensterflügel mit einbruchshemmenden pilzförmigen Verschlusszapfen
  • Fensterbänke aus Werzalit/Helopal
  • Türschwellen mit Thermoelementen bis zur Rohdecke
  • Türgriffe und Oliven standard, Haustüre mit Griffstange Edelstahl matt
  • Sohlbank aus farbig beschichteten dreiteiligen Aluminium-Strangprofilen mit seitlicher Abdichtung aus dauerelastischem Dichtstoff und selbstklebender Bitumenabdichtung unterhalb der Sohlbank.
  • Schließanlage mit integriertem Fingerkey-System
  • Öffenbare Elemente mit Kontakt für Alarmanlage
  • Alle öffenbaren Fenster sollen mit Insektenschutz versehen werden.

Innentüren
Es gibt diverse Innentürsysteme, die sich weniger im Preis als in der Optik unterscheiden. Die Möglichkeiten reichen von klassischen Zargenverkleidungen über wandbündige Zargen bis zu völlig unsichtbaren Zargensystemen. Preislich ist die selbsteingebaute Zarge vom Baumarkt natürlich unschlagbar.

  • Zargenverkleidung aus Holz lackiert, Montage nach Bodenbelag
  • Sichtbare Bänder
  • Türblatt Eiche furniert und geölt, bündig einschlagend

Sonnenschutz
Außen liegender Sonnenschutz ist bei einem hochgedämmten Gebäude mit wenig Speichermasse von großer Wichtigkeit für das sommerliche Klima. Deshalb werden im Regelfall elektrisch über Wind- und Sonnenfühler gesteuerte Raffstoren oder textile Rollos eingesetzt. Textile Beschattungen haben den Vorteil der Schmutzunempfindlichkeit, der Geräuscharmut und der diffusen Lichtdurchlässigkeit im Gegensatz zur streifenartigen bei Raffstores. Außerdem sind die Jalousiekästen von textilen Beschattungen deutlich kleiner.

Laut Entwurfsplanung werden vorgesetzte Jalousiekästen als stilistisches Mittel eingesetzt, weshalb die Kästen teilweise breiter als die Fenster sind. Ausführung voraussichtlich aus pulverbeschichtetem Alucobond-Blech, weil dieses möglicherweise ohne Unterkonstruktion eingebaut werden kann, und weniger Geräuschentwicklung verursacht. Durch die aufgesetzten Kästen können Kältebrücken in der Außenwand vermieden werden. Zwangsläufig befinden sich auch die Führungsschienen oder Seilführungen sichtbar vor der Fassade oder im Idealfall noch knapp in der Laibung.

Bodenbeläge
Die Wahl des Bodenbelags ist individuell möglich. Empfohlen werden geklebte Fertigparkettböden als Massivholz- oder Dreischichtparkett, da hier Bewegungsfugen ohne Abdeckschienen möglich sind, und die Wärmeübertragung bei Fußbodenheizungen am besten ist. Für Nassräume eignet sich ein fugenloser, flüssig aufgebrachter Belag aus Polyurethan aufgrund seiner angenehmen Fußwärme, leichten Reinigbarkeit und der Weichheit des Belags bei freier Wahl von Farben sehr gut.

  • Wohnbereiche mit Dreischichtfertigparkett in Eiche geölt, vollflächig verklebt, 15mm stark
  • Sanitärräume mit PUR-Flüssigbelag der Marke TORO 4mm stark

Haustechnik
Das geplante Einfamilienhaus soll als Passivhaus nach den internationalen Richtlinien der IG PASSIVHAUS errichtet werden. Das bedeutet eine spezifischen Heizwärmebedarf von max. 15 kWh/m² Wohnfläche und Jahr und eine spezifische Heizlast von max. 10 W/m²a, beides ermittelt nach PHPP.
Ein Passivhaus zeichnet sich durch sehr behagliches Raumklima aus, welches aus den hohen Oberflächentemperaturen und der permanent guten Luft resultiert. Der angenehme Nebeneffekt der Wohnraumlüftung ist die gereinigte Luft, die für ein behagliches und gesundes Raumklima sorgt, die auch für Allergiker sehr geeignet ist. Man muss nicht mehr ständig lüften und man hat auch nicht das Bedürfnis danach, da die Luft ohnehin ständig frisch ist. Durch die permanent gefilterte Zuluft vergrößern sich auch die Reinigungsintervalle.

Luftdichtheit
Grundsätzlich soll eine möglichst gute Luftdichtheit der Gebäudehülle erzielt werden. Mindestanforderung im Rahmen des Blowerdoor-Tests ist ein Messwert von max. 0,6 lw bei 50 Pascal. Es sind zwei Blowerdoor-Tests vorgesehen. Zu beachten ist, dass Wohnraumöfen mit möglichst dicht schließender Türe und separa-ter Verbrennungsluftzufuhr eingesetzt werden. Dunstabzugshauben können nur mit Umluftsystem eingesetzt werden.

  1. Blowerdoor-Test nach Einbau der Fenster/Türen und Einbau aller Leitungen, die durch die Gebäudehülle gehen inkl. Abdichtung der Durchführungen, nachvollziehbare Berechnung des Raumvolumens und Leckagenortung mittels Windsensor.
  2. Blowerdoor-Test nach Fertigstellung des Gebäudes inkl. Prüfattest

Lüftung
Eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung sorgt für eine hygienisch einwandfreie und energieeffiziente Versorgung der Bewohner mit gereinigter Frischluft und Abfuhr von verbrauchter Luft, Feuchtigkeit und Gerüchen. ATOS empfiehlt die Beheizung des Hauses über wassergeführte Wand-, Fußboden- oder Deckenheizflächen. Dadurch kann die Luftmenge der Zuluft auf das hygienisch notwendige Maß beschränkt werden. Eine weitere energetische Verbesserung stellt die neue Generation von Lüftungsgeräten dar. Dabei schaltet sich die Lüftung nur ein, wenn ein integrierter CO²-Fühler in der Abluftleitung die Anforderung gibt.

  • Kompaktlüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung ohne Feuchterückgewinnung
  • Frischluftvorwärmung über Solewärmetauscher der Heizung
  • Sämtliche Lüftungsrohre aus Stahlblech-Wickelfalzrohren, gedämmt außerhalb der thermischen Hülle
  • Primärschalldämpfer, Telefonieschalldämpfer vor jedem Ventil, Zu- und Abluftventile unterhalb der Decke.
  • Zuluftdüse Z-LVS 125 (ausgenommen Wohnraum: Weitwurfdüse) und als Abluftdüse die Type LVS 125 der Fa. Trox (www.trox.de)
  • Inbetriebnahme sowie Luftmengeneinregulierung inkl. Protokoll

Heizung/Warmwasser
ATOS empfiehlt für den Einsatz in Passivhäusern Produkte der Fa. Drexel & Weiss, welche als Weltmarktführer für Passivhaussysteme gelten. Bei einer Heizlast von etwa 4 kW ergibt sich ein notwendiger Platz für einen Solewärmetauscher je nach Bodenbeschaffenheit von 100 – 150 m². Alternativ können auch Tiefensonden eingesetzt werden.

Die Ermittlung des Heizwärmebedarfs erfolgt nach dem Programm PHPP des Passivhaus-Instituts Darmstadt. Die Auslegung der Heizflächen erfolgt nach Ö-Norm für eine Solltemperatur von 22°C. Die Vorlauftemperatur Flächenheizung wird zwischen 30 und 35°C angenommen, um den Wirkungsgrad der Wärme-pumpe hoch zu halten. Daraus resultieren Heizflächen für das gesamte Haus von etwa 120m². Die Verteilung der Heizflächen richtet sich nach dem vorhandenen Platz.

Empfehlenswert ist die Situierung der Heizflächen im Dachgeschoss an der Decke, da hier genug Platz ist, und die Kühlwirkung über stille Kühlung im Sommer am besten ist. Dafür eignen sich Wandheizelemente, wenn die Decke gleich wie die Wände verputzt werden. Im Erdgeschoß sowie in allen Nassräumen soll Fuß-bodenheizung zum Einsatz kommen.

  • Reversible Wärmepumpe für Heizung und Kühlung z. B. Aerosmart X²
  • Fußbodenheizung in Naßestrich
  • Sanitärraum mit zusätzlichem Handtuchtrockner im Heizungssystem

Sanitärinstallation

  • Duschtassen niveaugleich mit z. B. System Illbruck Poresta, BFR Poresta Limit oder mit Duschrinne z. B. Viega Advantix
  • Mischerarmaturen auf Putz
  • Strangbelüftung mit Rohrbelüfter statt Entlüftung über Dach
  • Hänge-WC
  • Regenwassernutzung mit Erdtank und Nutzung für WC-Spülung und Nutzwasser
  • Schmutzwasserentsorgung über Kleinkläranlage

Elektroinstallation

  • Elektroinstallation inkl. Hauptzuleitung vom nächstgelegenen Anschluss
  • Luftdichtheit bei allen Durchdringungen der luftdichten Hülle
  • SAT-Anlage inkl. Anschluss in allen Aufenthaltsräumen
  • Leitungsführung so, dass eine spätere Zusammenfassung in einem digitalen Hausnetzwerk möglich ist
  • Alarmanlage inkl. Anschluss von Fensterkontakten und stummem Alarm.
  • Telefonverkabelung Festnetz mit 1 Anschluss, dafür EDV-Verkabelung im Haus
  • Auf Gegensprechanlage kann verzichtet werden, da es kein Gartentor gibt.

Baubiologie
Baubiologisch hochwertige Produkte zeichnen sich vor allem durch eine positive Wirkung auf die Menschen aus, die sich in Räumen aufhalten.

Ökologie
Umweltfreundliche Produkte und Materialien sind ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und Erhaltung der Lebensgrundlagen. Besonderen Wert legt ATOS auf:
Nachhaltig langlebige Bauweisen und Materialien
Flexibilität der Räume ermöglicht Anpassung an veränderte Nutzungen
Geringste Energiekosten bei gleichzeitig möglichst großer Energieautarkie
Möglichst großer Einsatz umweltfreundlicher oder recyclierter Materialien

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