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196 Sanierung: Eine echt schräge Kiste

Architekturkonzept

Architekten sind bekannt für schräge Architekturen. Unsere Kunden waren aber total begeistert von unserer Idee eines schrägen Hauses. Aufstockung eines zu kleinen, eingeschossigen Hauses in Schwechat, die nicht als solche zu erkennen ist.

Um die vorgeschriebenen Seitenabstände einzuhalten, musste das Obergeschoss links und rechts eingerückt werden. Wegen der Statik und der notwendigen Schnelligkeit war klar, dass die Aufstockung aus Holz gemacht wird. So entstand ein Holzwürfel, der durch seine gekippte Form interessante Innenräume ergibt und statt einem Flachdach ein leicht geneigtes Pultdach hat.

Das leichte Kippen stellt ein humorvolles Statement für mehr Mut in der Architektur dar und karikiert die derzeit so beliebte Kistenarchitektur. Die Schrägstellung verschafft dem Gebäude aber auch jenen Spannungseffekt, der neugierig werden lässt und erzeugt dynamische Innenräume mit Raumhöhen bis zu 3,20m. Die senkrechten Fenster in der schrägen Lärchenschalung sowie die beiden farbig akzentuierten Würfel von Balkon und Sauna steigern die Irritation, der Humor bleibt aber das bestimmende Thema dieses Hauses.

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Energiekonzept

Wie bei jeder guten Sanierung konnte die Energiekennzahl um 85% auf Niedrigenergiestandard reduziert werden. Die bestehende Gastherme wurde gegen eine hocheffiziente Luft/Wasser-Wärmepumpe getauscht und das Haus mit Fußbodenheizung bzw. -kühlung ausgestattet. Eine Komfortlüftung im Bestand einzubauen, ist etwas schwieriger als im Neubau, aber nichtsdestotrotz wichtig für das gute Raumklima. Die Verteilung der Zuluft und Abfuhr verbrauchter Luft erfolgt mit großen runden Metallrohren, die keine Strömungsgeräusche verursachen. Das Lüftungsgerät selbst ist so gut wie nicht zu hören. Für die Warmwasserbereitung stehen thermische Sonnenkollektoren auf dem Dach zu Verfügung.

Bautechnisches Konzept

Das Haus wurde bis zur EG-Holzbalkendecke abgetragen, und auf dieser eine provisorische Dachabdichtung hergestellt. Danach wurde ein Betonrost auf den tragenden Wänden hergestellt und eine 16cm starke Massivholzdecke verlegt. Im Bereich des neuen Wintergartens bleibt die Holzdecke natürlich sichtbar. Auf dieser neuen Decke werden die vorgefertigten Wand- und Dachelemente aufgesetzt und bilden die dichte Gebäudehülle.

Der Innenausbau des Dachgeschosses erfolgt mit Installationsebene und hochfesten Gipsfaserplatten. Fenster und Türen werden mit Holz-Alurahmen sowie Dreifachverglasung ausgeführt. Um das Erdgeschoss fertig zu stellen, übersiedelten die Bewohner für einige Zeit nach oben und betraten das Haus über eine provisorische Außentreppe. Der Umbau eines bewohnten Hauses ist logistisch natürlich nicht leicht, aber machbar.

Haustechnik

Das Haus wird nach dem Umbau mit einer Wärmepumpe (Luft-Luft) beheizt, die Wärmeabgabe erfolgt über eine Fußbodenheizung.
Ergänzend wurde eine kontrollierte Wohnraumlüftung für die neu errichteten Obergeschoßräume installiert.

Die Verteilung der Zuluft erfolgt nur im neu errichteten Obergeschoß, an das System der Abluft wurde auch Bad, WC und Speis des Bestandes angeschlossen.
Das Lüftungsgerät ist im Schrankraum OG situiert, die notwendige Frischluft wird über ein gedämmtes Rohr an der Ostfassade angesaugt.
Die Verrohrung erfolgt mit Wickelfalzrohren DM 160mm und 110mm und hocheffizieten Schallabsorbern mit Partikelfiltern.

Daten

Nutzfläche Erweiterung 99,65m²

Energiekennzahl vorher 192kWh/m²a,  nachher 30kWh/m²a

 AW01 Außenwand EG

1,5cm Kalkputz, 35cm Ziegelmauerwerk, 12cm EPS, 1cm min. Edelputz

AW02 Außenwand DG

1cm Gipsfaserplatte, 3,5cm Lattung, 1,5cm OSB-Platte, 30cm Stegträger dazw. Zellulose, 1,5cm Unterdachplatte, 3cm Lattung, 2cm Lärchenschalung

IW01 Innenwand DG

1cm Gipsfaserplatten, 7,5cm Metallständerkonstruktion dazw. Zellulose, 1cm Gipsfaserplatten

DE01 Decke gegen außen Sauna

1cm Fliesen, 6cm Estrich, 5cm Weichfaserplatte, 16cm Massivholzdecke Sicht, 10cm Heralan, 3cm Lattung, 1cm Fassadenplatte MAX Exterior

ZD01 Zwischendecke EG

1,5cm Holzbelag / Fliesen, 6cm Estrich, 5cm Weichfaserplatte, 16cm Massivholzdecke, 10cm Luftraum, Dampfsperre, 2,5cm Deckenschalung, 16cm Holzbalken, 2,5cm Holzschalung, 2cm Deckenputz, 5cm Heralan, 1,5cm Gipskartonplatte

ZD02 Zwischendecke Essraum

1,5cm Holzbelag / Fliesen, 6cm Estrich, 5cm Weichfaserplatte, 16cm Massivholzdecke

FD01 Flachdach EG

8cm Substrat extensiv, Wasserspeicherflies, 1cm Kautschukfolie, 3cm Rauhschalung, Lattung dazw. Zellulose, Dampfsperre, Bestandsdecke

FD01 Flachdach DG

Zinkblechdeckung 5°, 2,5cm Dachschalung, 5cm Lattung, 1,5cm Unterdachplatte, 30cm Stegträger dazw. Zellulose, 1,5cm OSB-Platte, 3cm Lattung, 1cm Gipsfaserplatte

Fenster/Türen/Verglasung

Rahmen Holz/Alu Uf = max. 1,3W/m2K, Verglasung dreifach Ug = 0,6W/m2K

 

Beteiligte Fachleute

Planung und Örtliche Bauaufsicht: ATOS Architekten, 1070 Wien

Statik: ATOS Architekten Ing. Retter 3500 Krems

Baumeister- und Holzbauarbeiten: Glaser Hochbau, Tiefbau, Zimmerei, 3340 Waidhofen/Ybbs

Spengler und Schwarzdecker: E. Leichtfried Dachdecker & Spengler; 3340 Waidhofen/Ybbs

Elektroinstallation: Elektro Geitzenauer, 3121 Karlstetten

Wintergarten: Endl Wintergarten, 4770 Andorf

Bautischlerarbeiten: Josko Fenster und Türen, 1110 Wien

Heizung, Lüftung, Sanitär: Kerschbaum Solarteur, 2100 Stetten

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