292 Umbau Ordination der Zukunft
Im Paradies der Zahnfee
„Ich lebe in der Ordination, deshalb will ich mich hier wohlfühlen.“ Die Praxis in Kritzendorf ist nicht zuletzt aufgrund Ihrer innovativen Techniken zu klein geworden. Die Erweiterung nach oben wird ökologisch in Holz gebaut.
Natürlich wirkt am besten
Wer geht schon gerne zum Zahnarzt? Man liegt auf dem Marterstuhl und hofft, dass der Zahnarzt weiß, was er tut. Jetzt wäre etwas Beruhigung oder zumindest Ablenkung gut. In der umgebauten und erweiterten Ordination in Kritzendorf übernimmt diese Aufgabe die Architektur.
Von Beginn an war der Wunsch des Zahnarztes, mit möglichst natürlichen Materialien zu arbeiten und diese auch zu zeigen. „Ich lebe in der Ordination. Dann will ich mich auch hier wohlfühlen.“ So blickt der Patient nun auf eine, mit Lehm gespachtelte Decke, die von einer heißen Dünenlandschaft träumen lässt. Oder man verliert sich in der Holzmaserung der hell lasierten Wandverkleidung. Selbstverständlich kam für den Boden auch nur Holz in Frage, obwohl es billigere und leichter zu reinigende Beläge gäbe. Das Ziel, ein Wohlfühlklima für die Mitarbeiter und die Patienten zu schaffen, war also der Auftrag an ATOS.
Auch wenn wir es selbst spüren, schadet es nicht, wissenschaftlich nachgewiesen zu bekommen, dass Holz eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Menschen hat. Prof. Dr. Maximilian Moser vom Institut für Physiologie der Medizinischen Universität Graz und vom Joanneum Research Weiz liefert dazu den Beweis.
Ökologie ist kein Selbstzweck
Dass die Aufstockung komplett in vorgefertigter Holzrahmenbauweise erfolgte, war keine Frage der Ökologie sondern der Schnelligkeit und Statik. Konsequent wurden dann allerdings auch alle Zwischenwände, Zwischendecken und Bodenaufbauten aus Holz gemacht. Als Dämmstoffe kamen Zellulose und Hanf zum Einsatz. Die verwendeten Wandfarben beruhen auf Sojaöl ohne synthetische Zusätze. Unter dem schwimmenden Estrich wurde eine Dämmschüttung aus Liapor verwendet.
Technik vom Feinsten
Da eine Ordination nur tagsüber betrieben wird, bietet sich die Nutzung kostenloser Sonnenenergie an. Insgesamt 56m² Fotovoltaikfläche mit einer Leistung von etwa 9,6kWp liefert etwa 10.000kWh Strom im Jahr. Der Eigennutzungsgrad, Maßstab für die Wirtschaftlichkeit wird nach den Prognosen bei 60-70% liegen. Natürlich sollte die solare Energieversorgung auch sichtbar sein. Daher wurden die Module im Traufenbereich des 10 Grad geneigten Satteldaches montiert und sind so auch von unten sichtbar.
Frischluft in der richtigen Menge
Wer kennt nicht diesen speziellen Geruch, der einem schon beim Betreten einer Ordination die Luft nimmt. Daher war von Beginn an klar, dass eine Komfortlüftung hier besonders sinnvoll ist. Die Räume bleiben sauber, es riecht nach Frische, die Konzentration und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter steigt und Feuchte wird abgeführt. Angenehmer geht es nicht.
Denn es darf nie vergessen werden:
„Zuerst schaffen die Menschen Räume, dann schaffen die Räume Menschen.“
Generalplanung und Örtliche Bauaufsicht, Bauphysik, Statik
ATOS Architekten,
Fa. Graf Zimmerei und Holzbau, Fa. AK-Bau, Fa. Baumeister Fuchs,
Fa. Spenglerei Piffl,
Fenster und Türen: Fa. Stefan , Fa. Josko,
Heizung-Sanitär-Komfortlüftung: Fa. Kerschbaum,
Fa. Elektro Sabo, Fa. EDV Gregor, Fa. K&E Esmerovits, Fa. Schinnerl,
Fa. Nussmüller Estrich, Fa. Profi Massivparkett,
Fa. EP&PU Beschichtungen, Fa. Solavolta,
Fa. Tischlerei Bewe, Fa. Blitzschutz Lipovec,
Fa. Hirschmugl Farben, Fa. Planlicht,
Fa. Bauer&Reif Dental,
Fa. Drexel&Weiss, Fa. Vaillant.
Fotos: Alfred Arzt





















